Tierqual und Kinderarbeit in Bangladesch

LEIDEN FÜR LEDER

PETA hat gemeinsam mit dem preisgekrönten Dokumentarfilmer Manfred Karremann in Bangladesch ermittelt. Die entstandenen Bilder zeigen grausame Tierquälerei, rücksichtslose Kinderarbeit und katastrophale Umweltzerstörung für die Lederindustrie.

 

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Schockierendes Elend

PETA und der prämierte Journalist und Dokumentarfilmer Manfred Karremann haben hinter die Kulissen der weltweiten Lederindustrie geblickt. Sie enthüllen, wie indische Kühe im benachbarten Bangladesch geschlagen und ihnen bei vollem Bewusstsein die Kehle aufgeschnitten wird. Kinder müssen knietief in Giftbrühen Kuhhäute gerben, die anschließend als Ledertaschen und Schuhe in alle Welt weiterverkauft werden.

 

 Bitte entscheiden Sie sich für lederfreie Schuhe, Jacken und Möbel. Hochwertige Kunstlederprodukte, Mikrofaser- und Funktionsmaterialen sind witterungsfest, pflegeleicht und bei guter Pflege sehr lange haltbar. Innovative Firmen setzen heutzutage vermehrt auf recycelbares Polyester oder verarbeiten alte Reifen, Fahrradschläuchen oder LKW-Planen zu neuen Schuhen und Taschen.

Globales Tierleid für Leder

Lederwirtschaft in Bangladesch

In den letzten drei Jahren hat Bangladesch Lederwaren im Wert von über 1,2 Milliarde US-Dollar in alle Welt exportiert. Aufgrund der niedrigen Produktionskosten kaufen immer mehr Lederhersteller vorgegerbtes Rohleder in dem Billiglohnland ein, oder Modefirmen lassen Schuhe und Handtaschen gleich hier produzieren. Bis zu zwei Millionen Kühe aus Indien werden über tausende Kilometer in die Schlachthäuser von Bangladesch transportiert, um das Schlachtverbot in den meisten Bundesstaaten Indiens zu umgehen.

Die Ermittlungen im Detail

PETA und Manfred Karremann veröffentlichte bereits 1999 schockierende Bilder von Kuhmisshandlungen aus Indien. Die dortige Lederindustrie basiert auf der Tierschlachtung in tausenden illegalen Schlachthöfen und brutalen Tiertransporten. Viele internationale Modeunternehmen beziehen seither kein Leder mehr aus Indien. Doch in der globalisierten Welt kennt das Tierleid keine Grenzen. Deshalb haben PETA und Karremann die Ermittlungen im aufstrebenden Lederexportland Bangladesch aufgenommen und fanden auch indische Kühe.

Tierquälerei beim Transport

Jedes Jahr werden schätzungsweise bis zu zwei Millionen Kühe und Ochsen aus Indien illegal über die Grenze nach Bangladesch geschmuggelt, um dort getötet zu werden. Es sind Kühe, die ihr Leben lang in schmutzigen Milchbetrieben gelitten haben und nicht länger die gewünschte Leistung erbringen, oder Ochsen, die bei jedem Wetter schwere Karren ziehen mussten und deren Kräfte jetzt nachlassen. Die indischen Rinder werden am Ursprungsort rücksichtslos übereinander auf winzige Ladeflächen geworfen und gefesselt. Beim Be- und Entladen verletzen sie sich mit ihren Hörnern oder treten auf liegende Artgenossen. Der qualvolle Transport bis nach Bangladesch kann sich über tausende Kilometer zu Fuß und per LKW hinziehen – teils ohne Zugang zu Wasser und Nahrung. Sichtlich erschöpft treffen schließlich tausende Tiere auf den Rindermärkten in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, ein. Einige Tiere haben offene, eitrige Wunden, andere sind bis aufs Gerippe abgemagert oder ihnen wurden die Schwänze gebrochen. Doch noch steht ihnen das Schlimmste bevor.

 

Tierquälerei bei der Schlachtung

Die Schlachtung in mehrheitlich muslimischen Ländern erfolgt traditionell ohne vorherige Betäubung. Kühe, Schafe und Ziegen sind somit bei vollem Bewusstsein, wenn ihnen ein Messer die Kehle aufschneidet und ihr Blut aus den Adern schießt. Bangladesch ist diesbezüglich keine Ausnahme. In Dhaka allein werden täglich tausende Rinder geschlachtet. Da die Hauptstadt jedoch nur über vier offizielle Schlachthöfe verfügt, werden viele Tiere unmittelbar auf der Straße getötet. Bei Nacht wird ihnen einfach die Kehle durchgeschnitten, und die Tiere winden sich, während sie ausbluten. Ihre Artgenossen müssen gefesselt alles mit ansehen. Teilweise noch lebendig schneidet der Schlachter den Kühen die Haut vom Leib und verkauft sie an eine der vielen kleinen Gerbereien weiter.

 

Giftiges Leder

Leder wird weltweit zu 90 Prozent mit dem reaktiven Schwermetall Chrom gegerbt und mit giftigen Chemikalien konserviert. PETA-Ermittler besuchten das Armutsviertel Hazaribagh in Dhaka, in dem sich tausende Menschen – auch Kinder – in 150 Gerbereien schinden. Barfuß stehen sie in giftigen, mit Chrom belasteten Abwässern und arbeiten unmittelbar mit Säuren und Laugen, die chronische Hauterkrankungen und sogar Krebs auslösen können. Erschreckende 90 Prozent der Gerbereiarbeiter sterben vor Erreichen des 50. Lebensjahres. Diese Chemikalien lösen sich beim Transport der Tierhäute um den Globus und bei deren Endfertigung in China, Italien oder Indien nicht einfach auf. Verbrauchermagazine wie Stiftung Warentest und Öko-Test stellen regelmäßig gesundheitsschädliche Konzentrationen von Chrom (VI) in Kinderschuhen, Jacken und Handschuhen aus Leder fest. Bereits eine halbe Million Menschen in Deutschland sind an einer chronischen Chromallergie mit schweren Hautausschlägen erkrankt. Hinzu kommen Funde des krebserregenden Konservierungsmittels Formaldehyd oder des verbotenen Antischimmelmittels DMF. Durchschnittlich weist jedes dritte Lederprodukt zu hohe Konzentrationen aus diesem Chemiecocktail auf. Der Verbraucher trägt sprichwörtlich das Risiko.

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